Ferienlager 2021: auch Corona ist uns egal gewesen

Ein Bericht von Theresa Herzog - Nierenkind, 17 Jahre

 

Ferienlager der NierenKinder Berlin e.V. 2021.  Dieses Jahr mit mehr Bedeutung als jemals zuvor. Dieses Ferienlager ist noch nie ausgesetzt worden, doch letztes Jahr musste es durch die Corona Pandemie ausfallen. Damit verloren viele Kinder ihre einzige Urlaubsmöglichkeit, die sie hatten. Deswegen waren die Vorbereitungen, die Hinfahrt und das Ankommen emotionaler als zuvor. Meine Wenigkeit war schon seit Anfang der Sommerferien aufgeregt. Viele Fragen sich vielleicht warum?...

Es ist kein normales Ferienlager und vor allem nicht für jeden zugängig. Dieses Ferienlager ist für Nierenkranke Kinder. Dabei ist es egal, ob diese Kinder in der Vorstufe zur Dialyse sind, an der Dialyse gerade hängen oder schon transplantiert sind.

In diesem Ferienlager ist es egal, wie viele Medikamente man nimmt oder welche extra Behandlungen jemand braucht. Durch die Zivis, Schwestern und Ärzte ist das möglich. Aber jetzt genug von dem allgemeinem, jetzt kommt der spannende Teil: das Ferienlager :)

Mittwochmorgen um 8.00 Uhr: Plötzlich beginnt die Invasion der Kinder mit ihren Koffern, auf dem Weg zu KFH, um sich vor der Abreise um 10.00 nochmal testen zu lassen. Nach und nach trudeln alle ein und die ersten Umarmungen gehen los. Viele haben sich über ein Jahr nicht gesehen, da gibt es vieles zu erzählen. Zudem haben sich viele sehr stark verändert. Nachdem alle Kinder getestet sind, geht es los auf eine 2-stündige Fahrt.

Als wir ankamen, kamen gerade die Zivis und es flossen die ersten Glückstränen. Zudem verstand man kaum noch was, da alle durcheinanderredeten. Wie jedes Jahr wurde jeder von jedem umarmt. 

Danach Koffer auspacken und ankommen. An dem Tag ist nicht mehr allzu viel passiert, außer viel reden, spielen, Medikamente nehmen (Drogen-Time) und die Umgebung entdecken. Das mit dem pünktlich ins Bett gehen hat auch bei fast allen funktioniert, nur die großen haben das Prinzip davon nicht ganz verstanden.

Donnerstag: Der Ablauf morgens ist jeden Tag der gleiche: Alle Kinder werden ca. 7.45 Uhr geweckt, damit sie sich fertig machen und um 8.00 Uhr Tabletten nehmen können. 8.15 Uhr wird gefrühstückt, wobei die meisten noch relativ verschlafen wirken. Ein paar Kinder sowie eine Ärztin und eine Schwester kommen nicht zum Essen, ihnen wird aber etwas nach oben gebracht, da die Kinder die Dialyse nicht verlassen können und die Ärztin und Schwester immer dableiben müssen. Nach dem Frühstück gibt es dann ein Angebot namens „Spiel, Spaß und Freude“, was im Endeffekt ein Parkour aus Gemeinschaftsspielen war. Alle Aktivitäten, die angeboten werden, sind freiwillig. Am Abend an diesem Tag war die berüchtigte Disco. In dem Ferienlager gibt es immer 2 Discos und einen Abschlussball. Die erste Disco war ein Erfolg. Alle hatten spaß und tanzten wie die Wilden. Für die kleinen ist die Disco jeweils um 22.00 vorbei, für die großen 23.00 Uhr.

(Die Zivis sitzen abends, nachdem sie die Kinder ins Bett gebracht haben, noch draußen.)

Am Freitag bekamen wir am Abend eine Zaubershow von den Kleinen zu sehen, die sie am Vormittag und Nachmittag mit Praline vorbereitet hatten. Das war sehr beeindruckend.

Der Samstag wurde zu einem entspannten Tag. Da keine Aktivitäten geplant waren, konnte man auf dem Gelände machen, was man wollte. Für die Großen hieß das wie immer: Volleyball spielen. Obwohl wir kein richtiges Feld hatten, machte es Spaß. Zusätzlich sollte man dazu sagen, dass die Anlage einen Fitnessraum hatte, der auch sehr gerne genutzt wurde.

Der Sonntag war im Vergleich zum Samstag das komplette Gegenteil. An dem Tag haben viele Kinder und Zivis eine Fahrradtour am Nachmittag gemacht, allerdings war der Vormittag noch besser: Auf dem Plan stand, dass wir am Vormittag einem Film schauen. Wie ich bereits erwähnte, sind alle Aktivitäten freiwillig, jedoch nicht bei diesem Film. Dieser war komischerweise für alle verpflichtend. Als der Film anfing, dachten wir alle, dass wir Ratatouille schauen. Es stellte sich dann jedoch heraus, dass ein Wissenschaftler namens Agend Novel uns eine Aufgabe hinterlassen hat. Wir sollen durch die Zeit reisen und Aufgaben erfüllen, damit wir einen berüchtigten Schatz finden. Um in die Zeit zu reisen, wurden wir in 5 Gruppen eingeteilt und jede Gruppe fing in einer anderen Zeit an. 

Meine Gruppe fing in der Steinzeit an, wo wir versuchen mussten, bei einem Höhlenmenschen Feuer zu machen. Zum Abschied erhielte jeder von uns eine Karte mit einer Zahl drauf. Unsere nächste Station war das alte Ägypten, wo wir die Ägypterin zum Lachen bringen mussten, indem wir eine Geschichte erzählten, die wir uns aus übersetzen Hieroglyphen zusammenreimen mussten. Wie in der Steinzeit erhielten wir auch hier eine Karte mit einer Zahl drauf. Nachdem dieser Part geschafft war, ging es weiter zu den Rittern, wo wir unser Bestes mit Pfeil und Bogen sowie durch Sperrwerfen unter Beweis stellen sollten. Bevor wir weiter in die Wikingerzeit reisten, erhielten wir erneut eine Karte mit einer Zahl.

Bei den Wikingern trafen wir auf eine Schamanin, die uns zwang, einen ekeligen Trank zu trinken (war gar nicht so eklig wie es roch), damit wir Weisheit erlangen. Nachdem wir die 4. Karte mit einer Zahl erhalten hatten, schickte man uns ins Weltall zu den Aliens. Dort war unsere letzte Prüfung: Wir mussten den Parkour des Weltalls bewältigen. Nachdem es jeder erfolgreich bewältigt hatte, waren wir auch mit der letzten Station fertig und hatten somit 5 verschiedene Zahlen auf 5 verschiedenen Karten. Nachdem wir gegrübelt hatten, war uns eins klar: Irgendwo auf diesem Gelände ist ein Safe. Lange mussten wir nicht suchen bis wir ihn fanden, jedoch mussten wir etwas grübeln, bevor wir die Zahlen der Karten in der richtigen Rheinfolge im Safe eingegeben hatten. Im Safe lag ein Umschlag in dem stand: „21.30 Uhr Sportplatz“. Zudem befand sich in dem Umschlag ein Schlüssel. Bis dato hatten wir den ganzen Vormittag verbraucht und alle freuten sich schon darauf, was 21.30 Uhr auf dem Sportplatz passieren würde. Doch zunächst gab es erstmal Mittag und danach eine Fahrradtour für alle, die Lust hatten.

Nach dem Abendbrot, welches aus Gegrilltem bestand und dem Einnehmen der Tabletten gab es ein Lagerfeuer mit Stockbrot.  Nach dem endlosen Warten war es dann so weit: Alle versammelten sich auf dem Sportplatz. Dort bot sich eine einzigartige Lichtshow und dabei flog eine Kiste in Richtung Lagerfeuerplatz. Naja, wie sich alle vorstellen können, sind alle zu der Stelle gerannt und dort war tatsächlich die Schatzkiste. Diese war mit 5 Schlössern versehen, und da alle 5 Gruppen denselben Umschlag, allerdings mit unterschiedlichen Schlüsseln hatten, brauchte man alle 5 Schlüssel, um die Kiste zu öffnen. Was sich in der Kiste befand, bleibt ein Geheimnis des Ferienlagers bzw. der Kinder. Ein paar Geheimnisse braucht man vor den Erwachsenen schließlich auch. Das Einzige was ich sagen kann ist, dass sich alle gefreut haben.

Am Montag wurden die Kinder kreativer als sonst, da am Vormittag Töpfern und am Nachmittag Kerzenziehen auf der Tagesordnung stand. Es sind viele schöne Sachen entstanden und jeder hat sein Bestes gegeben.

Am Abend sollte man meinen, dass nichts mehr passieren wird, und spätestens nachdem die jüngeren ins Bett gegangen sind, dachte man, dass der Abend sehr ruhig werden würde...

Falsch gedacht! Wir großen wurden nebenbei entführt. Uns wurden die Augen verbunden und wir wurden in ein Auto gesetzt und weggebracht. Nach einer ca. 15-minütigen fahrt waren wir irgendwo im nirgendwo und wurden ausgesetzt. Nur noch Franzi (eine der Zivis) war da. Die Autos sind einfach weggefahren. Plötzlich meint Franzi, dass sich jeder 2 Knicklichter nehmen soll und ihr in den dunklen Wald folgen soll. Nach ca. 10 Minuten Laufen kamen wir an eine Absperrung an, wo wir in 2er Gruppen allein weitermussten. Lange Rede kurzer Sinn: Wir wurden ca. 5-mal erschreckt, haben nichts gesehen und sind erst nach 20 Minuten laufen wieder bei einem Auto gewesen.

Es war recht spät als wir wieder zurück im Lager waren, aber es hat sich echt gelohnt. Im allgemeinem muss man sagen, dass sich die Zivis noch mehr angestrengt haben als in den vorherigen Jahren und es sehr viel Spaß gemacht hat.

Am Dienstag hatten die Kleinen einen Kino Tag, während die großen eine Paddeltour machten. (Ich will mal nichts sagen, aber meine Paddelgruppe war schon die beste:)

Die Paddelstrecke war echt schön, ab und zu mit ein bisschen Stau durch die ein oder andere Sandbank, aber sonst ging es gut voran. Wir haben Eisvögel, 2 Biber, eine Nutria, Graureier, Kühe und eine Entenfamilie während der Tour gesehen. Die Tour dauerte insgesamt 4/5 Stunden.

Mittwoch war der letzte volle Tag im Ferienlager und was macht man an so einem Tag? Richtig. Schmieden und einen Abschlussball veranstalten. Das Schmieden war echt heiß, jedoch haben wir danach ein Eis bekommen, weswegen man die Hitze dann doch verkraften konnte.

Aber das Beste ist wie jedes Jahr der Abschlussball. An diesem Abend gibt es offiziell keine genaue Zeit, wann man ins Bett muss.  

 

Wie jedes Jahr sieht man neue Ballkleider und wie fast jedes Jahr werden welche von den großen verabschiedet, da das Ferienlager nur bis 18 geht. Es war ein langer und sehr emotionaler Abend.

Trotz Abreise war die Stimmung am Abreisetag nicht so schlimm wie vermutet. Jedoch flossen die Tränen, als wir in den Bus steigen mussten. Jedoch freuen sich alle schon mit Vorfreude auf das nächste Ferienlager und natürlich auf den Ferienlager-Film beim Nachtreffen, der jedes Jahr gedreht wird.

Das einzigartige Dialyse-Ferienlager NierenKinder Berlin e.V.

In jedem Jahr, nun schon seit fast 30 Jahren, findet in den Sommerferien unter unserer Trägerschaft für unsere Mitglieder das Dialyse-Ferienlager statt. Unser Ferienlager ist in seiner Art insofern in Deutschland einzigartig, als die Maschinen für die Hämodialyse und auch PD mitgenommen werden. So kann die Dialyse innerhalb des Ferienlagers durchgeführt, und die Kinder können während Ihrer Dialysezeiten besucht werden. Sehr wichtig ist, dass Kranke und Geschwisterkinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren zusammen im Ferienlager sind. Seit vielen Jahren fahren ehrenamtliche Betreuer mit, die ehemals Zivis waren und dem Ferienlager und den Kindern nach wie vor treu geblieben sind. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Betreuung der Kinder. Darüber hinaus finden sich auch neue Mitstreiter, damit wir den notwendig hohen Betreuerschlüssel aufrecht erhalten können. Mitreisende Ärzte und Schwestern leisten während des Ferienlagers im Grunde beinahe einen 24-Stunden-Dienst.

Die Bedeutung des Ferienlagers im Leben der Kinder - auch der Geschwister - und für die Bewältigung ihrer Krankheit ist nicht hoch genug einzuschätzen. Das Ferienlager ist das wichtigste Ereignis des Jahres. Gleichzeitig haben die Eltern die Möglichkeit, zehn Tage ganz beruhigt ihren eigenen Interessen nachzugehen und Luft zu holen. 

Online-Anmeldung für Mitglieder oder die die es werden wollen unter: Verein-Online

 

FErienlager 2019 am Grillensee in Naunhof bei Leipzig

Wie es diesmal im Ferienlager zeigt auf eine beeindruckende Art und Weise der Film eines Erziehers, der neulich beim Ferienlagernachtreffen seine Premiere hatte.  Olli – der Regisseur und Erzähler im Film – wollte verstehen, warum die Kids und die Betreuer nach 10 Tagen im Lager eine Familie wurden. Lag es an der Teamarbeit beim Floßbau und bei der Schatzsuche? Am Kick auf der Rodelbahn oder beim Reiten? Am gemeinsamen Pizzabacken, Baden, Paddeln, Fußballspielen, Wandern mit Alpakas? 

Den Kindern wurden viele tolle Aktivitäten geboten. Aber vor allem herrschte dort ein sehr herzlicher und freundschaftlicher Umgang zwischen den Betreuern und den Kindern und, noch wichtiger, unter den Kindern selbst.   

Eltern mit einem nierenkranken Kind fällt es schwer, es los zu lassen und allein auf eine Freizeit zu schicken. Wer gibt ihm regelmäßig seine Medikamente? Wer achtet darauf, ob er genug trinkt? Wird jemand Rücksicht darauf nehmen, dass er schnell müde wird? Werden andere Kinder ihn meiden, weil er anders ist? Was, wenn er unterwegs krank wird? 

Doch jede Mutter, die den Film gesehen hat, hätte keine Ausrede mehr: Zwei Nierenärztinnen und zwei Krankenschwestern fahren mit, es gibt einen Betreuer pro 2-3 Kinder, die Medikamentengabe ist gesichert und die Kinder haben gleiche Sorgen, ähnliche Geschichten. 

Danke an den Verein, die Ärzte, die Krankenschwestern, die Betreuer und alle Sponsoren, die dieses Ferienlager jedes Jahr möglich machen!

 

DAS WAR DAS FERIENLAGER 2017 - Kiez am Friedrichsee

 

Bericht zum Ferienlager 2017 im Kiez am Friedrichsee, Rotta-Gniest/Kemberg

 

Von Sven Piesker, 26 Jahre, Erzieher in der DRK Kita "Am Weichpfuhl" in Luckenwalde, Betreuer

 

Er wurde von der „großen Schwester“ eines inzwischen 19 jährigen Patienten in der gemeinsamen Erzieherausbildung gefragt, ob er Interesse habe, an einer solchen Fahrt teilzunehmen.

 

„Ich willigte ein, weil es für mich neue Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bedeutete und das in einem völlig anderem Umfeld, als ich es gewohnt war. Dazu gesagt habe ich die Zeit wirklich sehr genossen und denke oft mit sehr positiven Gefühlen an sie zurück!“ Sven Piesker

Alle wieder vereint, wagten 42 Kinder, 21 Betreuer und zwei Dialysemaschinen ein neues Abenteuer zum Kiez Friedrichsee in der Nähe von Lutherstadt-Wittenberg. Die Ferienlagerfamilie des Elternvereins Dialyse-Kinder Berlin e.V., des KfH und der Kinderphrologie der Charitè Berlin versammelten sich um diese Reise gemeinsam anzutreten.

 

Die Reise im Bus gab den Kindern und den Betreuern bereits Zeit und Raum um erste Kontakte zu knüpfen und vorhandene Beziehungen mit gemeinsamen Erfahrungen aufzufrischen. Diese wichtigen sozialen Beziehungen wurden in der gesamten Ferienlagerzeit immer mehr ausgebaut. Die vorhandenen Bungalows, das breite Außengelände mit den zahlreichen Spiel- und Freizeitmöglichkeiten und das natürliche Umfeld im Wald waren interessante Schauplätze für soziale Kontakte innerhalb der Gruppe.

 

Das Außengelände des Kiez am Friedrichsee bot den Kindern fantastische Freizeitgestaltungen, wie u.a. ein Fußballfeld, ein Volleyballfeld, eine Seilbahn und ein weitreichendes Waldgebiet mit dem – im Namen vorhandenen – Friedrichsee. Alle Möglichkeiten wurden von den Kindern angenommen und kreativ genutzt. Des Weiteren konnten die Kinder und die Betreuer einen Bastelraum mit diversen Materialien benutzen in denen sie zum Beispiel Freundschaftsbänder zusammen herstellten und kleine Briefe geschrieben haben. Diese Briefe wurden von den Betreuern zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen verteilt und dienten nicht selten als kommunikative Eisbrecher zwischen den Kindern.

 

Für die Kinder wurden mehrere Aktivitäten vom Betreuerteam organisiert, angeboten und durchgeführt. Die fast tägliche Tour zum Friedrichsee war für die Kinder nicht selten ein abkühlendes und entspanntes Ereignis. Sie konnten Schwimmen gehen, Sandburgen bauen oder einfach am Strand liegen und die strahlende Sonne genießen. Das Betreuerteam und die Kinder hatten mit dem Friedrichsee auch die Möglichkeit mit Kanus zu paddeln, dabei lernten die Kinder nicht nur Verantwortung für sich und ihr Kanu zu übernehmen, sondern entwickelten auch neue Teamfähigkeiten. Diese Paddelübungen waren für einige Kinder gute Grundvoraussetzungen, um auf der folgenden Paddelherausforderung auf der Elbe ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Die Kinder und Betreuer haben bei gemischten Wetterbedingungen, wie knalliger Sonne und kurzem Nieselregen ihre Fertigkeiten gezeigt und bis zum Ende tapfer gepaddelt.

 

Aber nicht nur das Wasser war eine Freude für die Kinder. Auch die Angebote im Ferienlager wie das Fußballfeld gab den Kindern die Möglichkeit für ein Fußballturnier. Mehrere Mannschaften der Kinder trainierten zusammen mit einem Betreuer pro Team. Dabei entwickelten die Kinder eine Strategie und eine adäquate Aufstellung auf dem Feld. Die Stärken der Kinder wie den Ball passen oder Türschüsse wurden diskutiert, und anschließend in die Strategien eingebaut. Als Ergebnis gab es dann ein Turnier das mehrere Emotionen der Kinder ansprach: es gab viele freudige Luftsprünge bei einem Tor, einige enttäuschte Gesichter, wenn der Ball doch ins „Aus“ gegangen ist aber auch sehr aufbrausende und zornige Gefühle, wenn die eigenen Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Alles in Allem war das Fußballturnier also eine gute Möglichkeit für die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder. Während des Ferienlagers wurden aber auch tiergestützte Aktivitäten durchgeführt wie ein Besuch in einer Schmetterlingsfarm und in einem Biberreservoir.

Ein gruseliges Nachtschauspiel wurde von den Betreuern mit einer sehr kreativen und gut durchdachten Geschichte vorgestellt. Diese – von den Betreuern selbst geschriebene – Geschichte handelte von Kobolden, Elfen und ein Ehepaar, welches am Friedrichsee lebt. Die spannende Handlung wurde in der abendlichen Dunkelheit vorgetragen mit realistischen Geräuschkulissen und einem selbst gebastelten „Geist“, welcher mit Hilfe einer Seilbahn durch den Wald schwebte und leuchtete. Des Weiteren wurde an einem anderen Abend ein Lagerfeuer veranstaltet und an einem weiteren Tag ein gemeinsames Pizzabacken. In der Talentshow von und für die Kinder boten sich den Kindern liebliche Klänge von guten Sängern und Sängerinnen, einige sehr witzige Sketche und schauspielerische Leistungen. Es wurde gelacht und anschließend gemeinschaftlich einen oder die Gewinner ausgewählt.

 

Als Runden Abschluss konnten die Kinder auf dem traditionellen Abschlussball ihre tänzerischen Fähigkeiten zeigen und einen Partner oder eine Partnerin wählen, welche als Begleitung dienen sollte. Es war spannend die Erfahrungen und Gedanken der Kinder zu hören, wer als Begleitung gewählt wurde und wer seine Angst überwunden hat jemanden zu Fragen.

Als Fazit kann ich sagen, dass die Kinder durch diese Ferienlagerzeit eine breite Masse an Möglichkeiten besitzen, sich in allen Ebenen ihrer Entwicklung zu verbessern. Vor Allem der soziale Aspekt findet ein weites Beet zum Gedeihen. Ich konnte die Kinder bei vielen Spielen und Freizeitangeboten dabei beobachten, wie sie sich gegenseitig unterstützten, sich unvoreingenommen Kennenlernten, empathisch und verständnisvoll handelten und die einzelnen Lebensgeschichten und Krankheiten der Kinder anhörten. Dies wurde auch sehr schön beim Fußballturnier deutlich: Es gab kein Spott über die Kinder welche hingefallen sind, ihnen wurde aufgeholfen, sich entschuldigt und dann wurde weitergespielt. Diese Art von Menschlichkeit ist meiner Meinung nach selten! Gerade auch die Nierenpatienten, welche mehrere Stunden an einem Dialysegerät lagen, konnten derweilen mit Kindern und Betreuern u.a. Karten spielen, Filme schauen oder sich schlicht unterhalten.

 

Hiermit möchte ich auch nochmal Danke sagen, an alle Beteiligten, Gründer, Betreuer und Menschen, welche für die Entstehung und Durchführung dieses Ferienlagers verantwortlich sind! Danke auch an alle unsere Unterstützer wie das KfH, die Charité, die Town und Country Stiftung, der Lions Club Wannsee, IVECO Nord und die vielen weiteren Spender, die eine solche Fahrt finanziell möglich machen. 

 

Jährlich findet in den Sommerferien unter unserer Trägerschaft für unsere Mitglieder das Ferienlager statt, das in seiner Art insofern in Deutschland einzigartig ist, als die Maschinen für die Hämodialyse mitgenommen werden. So wird die Dialyse innerhalb des Ferienlagers durchgeführt, und die Kinder können während der Hämodialyse besucht werden. Sehr wichtig ist, dass Kranke und Geschwisterkinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren zusammen im Ferienlager sind. Seit vielen Jahren fahren ehrenamtliche Betreuer mit, die ehemals Zivis waren und dem Ferienlager und den Kindern nach wie vor treu geblieben sind. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Betreuung der Kinder. Darüber hinaus finden sich auch neue Mitstreiter, damit wir den notwendig hohen Betreuerschlüssel aufrecht erhalten können  Mitreisende Ärzte und Schwestern leisten während des Ferienlagers im Grunde beinahe einen 24-Stunden-Dienst.

Die Bedeutung des Ferienlagers im Leben der Kinder - auch der Geschwister - und für die Bewältigung ihrer Krankheit ist nicht hoch genug einzuschätzen. Das Ferienlager ist das wichtigste Ereignis des Jahres. Gleichzeitig haben die Eltern die Möglichkeit, neun Tage ganz beruhigt ihren eigenen Interessen nachzugehen und Luft zu holen. 2017 fahren die Kinder ins Kiez am Friedrichsen (bitte Termine beachten).

DAS WAR DAS FERIENLAGER 2016 - Jugendherberge Plothen

Ist nicht egal!

 

Der Ferienlagerbericht von Lisa Neue und Eleonore Witschaß

 

August 2016. Sommer. Voller Vorfreude packten an verschiedenen Orten in Berlin und Brandenburg Kinder ihre Koffer, mit nur einem Ziel: auf ins Ferienlager. Schon bevor unser diesjähriges Reiseziel auch nur in Sicht war, lagen sich alle in den Armen und freuten sich nach so langer Zeit wieder 10 Tage gemeinsam verbringen zu dürfen. Kilometer für Kilometer schlichen wir Richtung Plothen und als dann die Zivis endlich in Sicht waren, gab es kein Halten mehr. Die Koffer, die teilweise größer als die Kinder selbst waren, wurden in die Zimmer transportiert und jeder erfuhr endlich mit wem er sich in nächster Zeit ein Zimmer teilen würde. Doch lange wurde sich nicht drinnen aufgehalten, nach kurzer Zeit sah man alle Kinder verstreut auf dem ganzen Gelände. Es wurden bereits Spiele gespielt, der Volleyballplatz ausgetestet und jede Menge Fußbälle umher geschossen. Nach einem so gelungen ersten Tag, warteten alle gespannt auf das, was sie noch erwarten würde.

Am nächsten Morgen waren auch die letzten in Ferienlagerstimmung und es flammten alte Traditionen, wie Bänder knüpfen, Skip-Bo spielen und Briefchen schreiben wieder auf. Trotz einer unglaublichen Hitze trauten sich einige zu einer geführten Survival-Tour aufzubrechen und sich mit Kompass und Birkenwasser durch den Wald zu schlagen. Es wurde gezeigt, wie man eine Hütte baut und ein kleines Feuer entfacht. Von Ruß geschwärzt sind wir am Ende zu den anderen zurückgekehrt und haben den Tag ausklingen lassen.

Auch am 3. Tag war eine Menge los in Plothen. Kleine und größere Kinder, aber auch Zivis trafen sich zu einem Volleyballmatch und wer da nicht dabei war, bastelte oder spielte am Seeufer. Später stand eine GPS- Wanderung auf dem Plan, bei dem kleinere Gruppen durch den Wald liefen und es am Ende sogar einen Schatz zu finden gab.

Bevor man sich versah ging auch schon die Sonne unter und laute Musik tönte über das Gelände. Alle hatten sich herausgeputzt um das Tanzbein zu schwingen, neben den aktuellen Charts lief natürlich auch klassische Ferienlagermusik, wie Rammstein. Ein Schwimmbadbesuch am nächsten Tag, bei dem die Rutsche das Highlight darstellte, wusch auch den letzten Schweiß der Disconacht ab und machte besonders den Kleineren viel Spaß. Selbst wer nicht mit ins Schwimmbad fuhr, hatte keinesfalls Langeweile, sondern wurde mit einem Tanzworkshop munter gemacht. „Cake by the Ocean“ ertönte den ganzen Tag und am Ende des Ferienlagers hatte fast jeder die Choreographie drauf.

 

Wir wachten auf. Es war extrem heiß. Ungewöhnlich Western-flimmernde-Hitze-heiß. Also der perfekte Tag, um erneut zu baden. Oder dem Maislabyrinth einen Besuch abzustatten. Fragen zu ausführlichen Antworten finden und am Ende für den abgestempelten Zettel ganz vielleicht eine Weihnachtsgans gewinnen. Mir wurde leider keine zugeschickt. Aber Spaß hat es gemacht. Glücklicherweise hatten wir fähige Leute in meiner Gruppe, die den Weg sehr präzise bestimmen konnten, wo ich meine Orientierung schon dreimal verloren hätte.

Der Morgen war leider ähnlich warm und die zu bewältigende Strecke genauso lang. Bis Schloss Burgk führte unser Weg, einen verwirrenderen Namen für ein solches Gebäude gibt es kaum. Hübsch war es dennoch. Mit einem süßen Schlosshof, einem imposanten Prunkzimmer, und einem runden Turm voller Geschichte. Direkt daneben gab es auch einen kleinen Grashügel, den man wunderbar herunterrollen konnte. Am schönsten jedoch war der Besuch einiger Ehemaliger, die uns sogar tags zuvor ins Maislabyrinth begleitet hatten.

Nächstes Jahr gehören auch wir beide zu diesen. Allerdings lassen sich die Zivis immer etwas ganz Besonderes für die bald oder schon Erwachsenen einfallen. Dieses Jahr mussten wir, die drei L’s nach einer langen Autofahrt steile Treppenstufen erklimmen. Heraus kamen wir an einer kleinen, urigen Bowlingbar im Bergbaugrottenstil. Die Zivis, die uns all die Jahre begleitet hatten, waren auch dabei, was uns sehr gerührt hat. Nur leider waren sie auch sehr viel besser im Erzielen von Strikes und Spares und Punkten im Allgemeinen. Naja, noch ist nicht aller Tage Abend. Revanche! Das Eis danach hat die erhitzten Gemüter dann wieder besänftigt.

 

Zum Glück. Denn der nächste Tag sollte das gesamte Ferienlager, in die dunklen und schaurigen Feengrotten führen. Doch zunächst mussten wir die Sommerrodelbahn überwinden. Außer gefährlichen Stunts und Regen, welcher die rasante Fahrt in ein rutschiges Formel-1-Rennen verwandelte, war es sehr friedlich. In den Feengrotten mussten wir schließlich zusammenhalten! Anhand unserer Zipfelmützen erkannten wir uns auch in den schmalen Gängen und hohen Grotte wieder. Unser Ober-Unter-der-Erde-Zwerg konnte auf alle Fragen sehr lässig antworten, wobei auch unsere Kreativität beim Beantworten jener gefragt war. Am Ende wurden wir mit einer tollen Lichtinstallation in der größten Grotte für unseren Mut belohnt. Wir durften sogar einen Wunschkiesel in eine Zaubergrotte werfen. Der Nachmittag endete dann aber doch etwas betrübt, weil wir Jojo, eine unserer Zivis, verabschieden mussten.

So hat sie leider unser Fußballturnier verpasst. Die wilden Vorbereitungen um eines der drei Teams optimal anfeuern zu können. Und den Weg zum Reiterhof. Wo wir frei und unbeschwert durch die Halle ritten, als täten wir das schon unser Leben lang, ganz wie im wilden Westen. Das ist Mut. Und wenn das Pferd einem nicht so geheuer war, so konnte man immer noch zuschauen, wie der 10 Jahre jüngere Simba bravourös, doch völlig unbeeindruckt das wildeste Pferd durch die Halle leitete. Oder man durfte die Hunde streicheln.

Und schließlich der Anpfiff! Ein Wettkampf voller Emotionen, Ehrgeiz und Leidenschaft. Es flossen die Tränen. Tränen der Wut, des Frusts, der Trauer und des Schmerzes. Und doch wurde gesungen, getanzt, die Tröte gepustet, gejubelt, umarmt, und jedes Tor gefeiert, als wäre es ein Wunder nicht von dieser Welt.

Wie hätte es noch besser kommen können? Plötzlich wurde eine Flaschenpost gefunden, direkt an unserem Badestrand. Wir rieten um die Wette, was wohl die mysteriösen Worte des Flaschenbriefs bedeuten mögen und erfanden eine Lösung nach der anderen. Erst spät wurde uns klar, dass nur ein gefährliches Rohr am Rande des Ufers, zwischen Wald und See, gemeint sein konnte. Dorthin spazierten wir, während tolle Bilder unglaublicher Schätze und Pirateneroberungen durch unsere Köpfe spukten. Und wie wir jeder eine kleine Truhe, unseren Teil des Schatzes, in der Hand hielten, so war die Freude schier unendlich. Süßigkeiten! Was braucht es mehr zum fröhlich sein? Das Meiste verschwand leider fast sofort in den Mündern oder wurde wild getauscht – Himbeerbonbon gegen Colagummibärchen, Gummiburger gegen Waldmeisterbrausepulver.

Kaum zu glauben, dass da noch Energie für den nächsten Tag übrig war. Wir mussten packen und die letzten Briefe verschicken. Aber nicht bevor wir einen Blick auf ein kleines Frettchen geworfen hatten. Eine letzte Überraschung. Der Jäger hatte sogar einen Falken dabei, den einige Glückliche (oder Unglückliche) auf die Hand nehmen durften. Und das Jagdhorn erschallte über das gesamte Gelände.

Am selben Tag war die Talentshow. Dieses Mal sogar mit dem endgültigen Ergebnis unseres Tanzworkshops. Den Ohrwurm haben wir beide immer noch. Unser erfahrener Moderator führte uns durch Klänge zauberhaften Gitarrenspiels und einem selbstgeschriebenen Gedicht über das Ferienlager. Das war unglaublich rührend. Diesen Tag ließen wir dann noch mit besinnlichem Schunkeln beim Ferienlagerball und schließlich wildem Tanz in der Disco ausklingen.

Was fehlt? Mit dem Ende kommt immer der Abschied. Für uns beide war dieser diesmal besonders hart. Es war unser letztes Jahr in einem Ferienlager, dass es nirgendwo sonst so gibt oder geben kann. Ein Ort, eine Insel der Unbeschwertheit und Freude, wo man mal so richtig abschalten kann. Ein Ort, wo man jeden kennt oder schnell kennenlernt und über alles reden kann. Wo man sich auch über die Krankheit austauschen kann, klar, aber wo vor allem Eines gilt: Der Zusammenhalt!

 

Wir bedanken wir uns für die Unterstützung zur Durchführung des Ferienlagers besonders bei unseren „Zivis“, Ärzten und Schwestern, dem KfH, der Charité, Krankentransporte Gorris, IVECO-Nord und allen Spendern. Danke!!!

DAS WAR DAS FERIENLAGER 2015 - Bremsdorfer Mühle

Simon Beyer, 10 Jahre

Endlich waren wir da! Alle stiegen aus dem Bus aus und die „Zivis“ nahmen uns in Empfang. Wie jedes Jahr umarmten sich alle und dann wurden die Koffer ausgepackt. Wir waren in der Jugendherberge „Bremsdorfer Mühle“ im Schlaubetal. Nachdem alle ihre Betten bezogen hatten, ging es zum Mittagessen. Es gab Nudeln mit Tomatensoße. Danach gab’s das erste Event: Sicherheitsbelehrung mit Ecki.

Am ersten Nachmittag wurde gleich vieles ausprobiert: Volleyball, Basketball, Schwedenschach, Kleider und Krawatten nähen, Murmelbahn aufbauen und spielen...

An einem Tag besuchten die Großen (ab 16 Jahre) mit einigen „Zivis“ das Stahlwerk in Eisenhüttenstadt. Wir, die „Kleinen“, konnten derweil „rumoxidieren“, d.h. Fußball spielen und eben so etwas tun, was man in der Jugendherberge so machen kann.

Immer um 15 Uhr war „Kuchentime“. Wir gingen auch baden im nahe gelegenen See. An einem Tag war eine coole Freiluftdisco für zwei Gruppen aus der Jugendherberge, auch für uns!

Bei einem Besuch auf dem Reiterhof gab es folgendes Programm: selbst Traktor fahren, Reiten, Kutschfahrt. Hierbei haben wir den Ferienlagersong gesungen: „Ein Fahr-rad-lenker, ein Gas-pe-da-hal, die Ferienlager-kin-der singen den Ferienlager-so-hong. Di-a-ly-se, Blut-ab-neh-men, Drogen-tei-heim und gaaanz viel trin-ken.“

Wer wollte, konnte auch einen Korb flechten und ihn bemalen. Am Ende wurde König Niklas gekrönt, der den Korb wie eine Krone auf den Kopf gesetzt hatte.

Natürlich fand wieder das jährliche Fußballturnier statt. Die Mannschaften Blau, Gelb und Rot traten gegeneinander an, wobei Blau den ersten Platz belegte und auf den nächsten Plätzen blieben Rot und Gelb. Auf der Siegerehrung wurden Medaillen verteilt.

Ein Höhepunkt war die Abenteuer- und Nachtwanderung, auf der von uns allen sehr schwierige Aufgaben erledigt werden mussten: durch ein riesiges Spinnennetz der großen und gefährlichen Spinne „Franzi“ klettern, für einen strengen, alten Mann Sand hin und her kippen und andere komische Sachen ausführen, von der Kräuterhexe einen Stärkungstrank trinken, von dem einige erblindeten. Die Sehenden führten die anderen zur Liebe-Hexe, die uns mit Liebe wieder zum Sehen brachte. Und so fanden wir im Dunklen den Schatz.

Eine Attraktion war der Krankenwagen, der die ganze Zeit über bei uns im Ferienlager war. Manchmal wurden kleine Notfälle versorgt. Aber wir bekamen auch einen Einblick in den Saniwagen, wo uns alles erklärt wurde.

Und dann natürlich unsere eigene Ferienlagerdisco: Disco-Po-ho! Wir tanzten und grölten die bekannten Lieder mit.

Toll war auch das Outdoor-Training. Hier erfuhren wir, wie wir uns im Wald eine Schlafhütte aus Hölzern, Moos und Blättern bauen können.

Einmal wurden die Großen am Abend zum Drei-Gänge-Menü eingeladen. Da kochen die „Zivis“ für sie. Die Jüngeren bearbeiteten Speckstein, während die Großen paddelten. Wir konnten auch mal Filme gucken. Es gab überraschend für alle „Capri-Sonne“ geschenkt, wir sagten: „alle lieben Capri-Sonne“. Auf der Talentshow zeigten, wie in jedem Jahr, einige ihr Talent: z.B. Singen, Zaubern, Tanzen.

Irgendwann verließen uns die „Sanis“, aber mit Blaulicht.

Am letzten Abend fand dann der Abschlussball statt. Da wurden die selbst genähten Kleider getragen und zum Abschluss auf der Disco getanzt.

Beim Abschied am nächsten Morgen gab es Tränen. Und trotzdem: wir freuen uns auf zu Hause und ich freue mich auf das Ferienlager im nächsten Jahr.

 

Wir bedanken wir uns für die Unterstützung zur Durchführung des Ferienlagers besonders bei unseren „Zivis“, Ärzten und Schwestern, dem KfH, der Charité, Krankentransporte Gorris, IVECO-Nord und allen Sponsoren. Danke!!!

DAS WAR DAS FERIENLAGER 2014 - Grillensee

Von Rebecca Zimmering

„Ohhh ich hab' solche Sehnsucht,

ich verliere den Verstand!“

Je näher die Zeit des Ferienlagers jedes Jahr rückt, desto stärker wird dieses Gefühl der Sehnsucht bei allen Beteiligten, doch irgendwann ist es ja dann doch immer so weit, die Koffer sind gepackt und auf geht es. Letztes Jahr verschlug es die Ferienlagerfamilie der KFH Kindernephrologie Charité Berlin in die Nähe von Leipzig, in die Jugendherberge am Grillensee. 34 Kinder, 16 BetreuerInnen, natürlich inklusive medizinischem Personal, zwei Häuser und zwei Hämodialysegeräte. Zu Beginn mussten erst einmal Extraschichten eingelegt werden, weil eine der Maschinen einfach nicht am Ferienlageralltag teilnehmen wollte. Auch die extra aus Berlin geholte Ersatzmaschine nahm erst nach liebevollem und sanftem Zureden ihren Dienst auf. Doch dann bot sich wieder das Allen über die Jahre so vertraut und lieb gewordene Bild: Vor lauter kartenspielender BesucherInnen und Blaukitteln sucht man fast vergeblich den Patienten auf der bespielten Liege, der gerade dialysiert wird. Das ist der Augenblick in dem man sicher weiß: Wir sind angekommen!

Neben dem Notwendigen gab es natürlich wieder ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten, an denen man teilnehmen konnte. So wurden seetüchtige Floße gebaut mit denen die Erbauer, trotz Regen, in See stachen. Für die größeren Wasserratten, für die dieses Wasserabenteuer nicht genug war, bot sich die Gelegenheit mit zwei großen Schlauchboten um und durch Leipzig zu paddeln. Diese Tour verlangte geradezu nach bootcampartigen Anfeuerungsrufen und als am Ende die Arme immer schlapper wurden, war das ein oder andere heul doch“ zu vernehmen.

Viel Vergnügen bereitete auch die Riesenmurmelbahn, die man nach eigenem Vorstellungen zusammen bauen konnte. Das, und vor allem die Murmeln herunterrollen zu lassen, hat so viel Spaß gemacht, dass der Elternverein, auch dank großzügiger Spenden, gleich eine solche Murmelbahn gekauft hat, damit wir auch nächstes Jahr wieder architektonisch kreativ werden können. 

Kreativ wurden wir dieses Jahr auch auf ganz andere Weise. So wurde in Gemeinschaftsarbeit ein kunterbuntes, sehr modernes - da Kaffeegrund inklusive – Gemälde geschaffen, vor dem jeder, Alleine und in Grüppchen, posieren durfte. Daraus entstand eine farbenprächtige Collage, die bald gerahmt die KFH Ambulanz der Charité schmücken wird.   

Immer wieder beliebt, da Riesenschweinerei vorprogrammiert, ist auch das Pizzabacken, das von der Jugendherberge angeboten wurde. Ein weiterer Vorteil ist, dass es gleich noch ein leckeres Abendbrot gibt. Auch wenn dieses  Jahr das Abendbrotbuffet alles andere als Anlass zum meckern gab. 

Das Fußballturnier darf natürlich auch nicht fehlen und ob am Ende das grüne, blaue oder orange Team gewonnen hat, spielt doch eigentlich gar keine Rolle. Nun ja, für den ein oder anderen vielleicht schon, vor allem für die immer sehr engagierten Trainer der Mannschaften. Da bedarf es mitunter doch schon mal ein paar tröstender Worte. „Einmal trifft's jeden, ärger dich nicht, so geht's im Leben, du oder ich!“

Leider spielte das Wetter dieses Jahr nicht so mit, Sonnenstunden waren selten und Wetter- und Temperaturumschwünge fanden im Stundentakt statt. So wäre auch beinahe die alljährliche Schatzsuche sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Glücklicherweise wurden wir dann aber doch noch ins Land der Märchen entführt und ungeahnte Kenntnisse über die Geschichten der Gebrüder Grimm, Hans Christian Anderson und co. traten zu Tage. Am Ende konnten wir den Schatz bergen und unsere eigenen Fantasiewesen in Form von Monstern mit nach Hause nehmen. 

Der letzte Abend besteht mittlerweile schon traditionell aus dem Ball und der Talentshow. Es wird sich schick gemacht und jeder, der sich getraut hat jemanden zu fragen, läuft mit TanzpartnerIn in den Discoraum ein, wo der Abend eröffnet wird. Serhat, der Gewinner der Talentshow verzauberte uns dieses Jahr mit Gesang in seiner Muttersprache, die allen sehr zu Herzen ging. Danach gab es Disco bis zum Umfallen oder sagen wir lieber, so lange es die Kräfte zuließen. Und so tanzten wir uns auch dieses Jahr wieder „Atemlos durch die Nacht“!

Was in meinen Augen, als jemand der zuerst als „Betreuerkind“ und nun als Betreuerin mit ins Ferienlager fährt, das Ferienlager auch dieses Jahr wieder zu einem ganz besonderen Ereignis gemacht hat, ist das Gefühl von Gemeinschaft. Kinder und Jugendliche zwischen 7 (mitunter auch jünger) und 18, krank und gesund, die zehn gemeinsame Tage miteinander verbringen und dabei viel mit- und voneinander lernen. Daraus entstehen immer wieder Freundschaften fürs Leben. Trotz, wegen und völlig unabhängig von ‚Krankheit‘.

„Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben, auf den Moment, der immer bleibt“

Dazu kommen BetreuerInnen, die z.T. bereits seit 20 Jahren mitfahren und extra  Urlaub für die Zeit nehmen.

„Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen!“

So gibt es auch keine strikte Trennung von „Groß“ und „Klein“. Es finden sich immer wieder ‚Große‘ im Zimmer der Kleineren ein, vor allem abends, wenn es darum geht, Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen. Umso schwerer fällt es, Abschied von Denen zu nehmen, die auf Grund ihres Alters im nächsten Jahr nicht mehr mitfahren können. In diesem Jahr war sogar jemand darunter, Dominique, der im Alter von vier das erste Mal mit dabei war. „An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit…“

Und so bekommt ein Ballermann Liedtext, wenn ihn diese Truppe mit vereinten Stimmen auf der Discotanzfläche grölt, (für mich) eine völlig neue Bedeutung!

 „Eines kann uns keiner nehmen, und das ist die pure Lust am Leben“!   

Wir bedanken uns bei KfH und Charité für das zur Verfügung gestellte medizinische und pflegerische Personal, IVECO Nord für die Überlassung des Transporters, Firma Radometer für die unkomplizierte Überlassung eines ABL–Gerätes und der Firma Krankentransport Gorris für den Notfallkoffer. Für die finanzielle Unterstützung geht unser Dank an Alexion, die Stiftung Rudolf und Sibylle Lindenau, Frau Strobl-Zinner und Frau Mozelewski und den vielen weiteren Spendengebern.…

FERIENLAGER-Impressionen